hofladen in bremen regional leben

bio oder konventionell?

Ökolandbau oder konventionelle Landwirtschaft sind erst einmal nur zwei verschiedene Anbauweisen einer Landwirtschaft in unserem Land. Die Frage, welche Form nun besser oder schlechter ist, ist pauschal nicht zu beantworten, da es auf beiden Seiten Stärken und Schwächen gibt. Aufgrund dieser Tatsachen sollte die ökologische und konventionelle Landwirtschaft bei den Stärken voneinander lernen und unsere Lebensmittelproduktion so weiterentwickeln.

Am Ende entscheidet jede Verbraucherin und jeder Verbraucher selbst, was für Lebensmittel sie/er kauft und das wird dann auch den Markt bestimmen. In jedem Fall sind wir aber davon überzeugt, dass regional und saisonal der nachhaltigste Weg ist.

Was sind die Unterschiede?

Informationen & Fakten

Umstellung auf bio

Laut der EU-Öko-Verordnung ist eine teilweise Umstellung des Betriebes auf Ökolandbau möglich. Es darf dann sowohl konventionell als auch  ökologische auf dem gleichen Betrieb gewirtschaftet werden. Allerdings müssen die Bereiche strikt getrennt sein. Eine Förderung in der Umstellungsphase und danach gibt es nicht.

Eine teilweise Umstellung des Betriebes ist bei den unterschiedlichen Biosiegeln nicht möglich.

Qualität

Eine höhere Qualität der Produkte, die aus dem Ökolandbau stammen, was die Nährwert-, Protein- und Vitamingehalte angeht, wurde bisher nicht belegt, im Vergleich zu den Produkten aus dem konventionellen Anbau.

Alle Produkte unterliegen vor allem den Anforderungen der Verarbeiter und des Handels, die was z.B. die Größe, Form und Farbe angeht, definierte Vorgaben haben. Dies muss hinterfragt werden, da eine gesunde, große Kartoffel oder eine gesunde, krumme Gurke sich vom Ernährungswert her nicht von einer kleineren Kartoffel oder geraden Gurke unterscheiden. Bei der Milch beispielsweise gelten die extrem hohen Qualitätsanforderungen sowohl für die bio als auch normale Milch.

Eine ausgewogene Ernährung, regional und saisonal, mit Obst, Gemüse und weniger Fleisch, egal aus welchen Produktionsverfahren, ist generell der richtige Weg.

Umwelt

Der positive Einfluss des Ökolandbaus auf die Böden, die Artenvielfalt und die Biodiversität sind unbestritten und über zahlreiche Studien bestätigt. Hier gibt es im konventionellen Bereich noch Nachbesserungs- bzw. Weiterentwicklungsbedarf.

Eine Betrachtung der Klimarelevanz zwischen bio und konventionell ist aktuell schwierig vorzunehmen, da es noch keine klare Definition des CO2-Fußabdrucks für jedes Lebensmittel gibt. Zur Zeit ist es noch eine Frage der Perspektive, welche Bereiche mit in die Berechnung aufgenommen werden.

Sicher ist, dass der größte Anteil der gesamten Emissionen der deutschen Landwirtschaft, die am bundesweiten Gesamtausstoß von Treibhausgasen laut Bundesumweltamt im Jahr 2020 bei 8,9 Prozent lag, von der Tierhaltung erzeugt wird, egal ob ökologisch oder konventionell.

GVO

bio

  • Der Einsatz gentechnisch-veränderter Organismen (GVO) ist nicht erlaubt.

konventionell

 

  • Der Einsatz gentechnisch-veränderter Organismen (GVO) ist unter Einhaltung der allgemeinen EU-Regelungen erlaubt.
Saatgut

bio

  • Behandlung des Saatguts mit chemisch-synthetischen Pflanzenschuttzmitteln, der sogenannten Beizung, ist grundsätzlich  nicht erlaubt

konventionell

  • Behandlung des Saatguts mit chemisch-synthetischen Pflanzenschuttzmitteln, der sogenannten Beizung, ist erlaubt
Fruchtfolge

Der Fruchtfolge, also der Wechsel der angebauten Arten auf der gleichen Fläche in den Folgejahren, kommt eine hohe Bedeutung für die Bodengesundheit und der Ertragssicherung zu. Sie soll vielseitig und ausgewogen gestaltet werden.

bio

  • unterschiedliche Vorgaben bei den verschiedenen Biosiegel
  • keine Regelungen in der EU-Öko-Verordnung

konventionell

  • keine Regelung, hier wird betriebsindividuell entschieden
Pflanzenschutzmittel

bio

  • Einsatz von Pflanzenschutzmittel wie Kupfer und Schwefel, die in der EU-Öko-Verordnung zugelassen sind
  • kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschuttzmitteln

konventionell

  • Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschuttzmitteln

In beiden Anbauverfahren werden vorbeugende Maßnahmen wie Fruchtfolge, Bodenbearbeitung, Sortenwahl und mechanische Maßnahmen Pflanzenschutz eingesetzt. Allerdings ist der Einsatz gerade der mechanischen Maßnahmen im Ökolandbau deutlich höher.

Unkrautbekämpfung

bio

  • Der Einsatz von chemisch-synthetischen Herbiziden ist nicht erlaubt. Die Bekämpfung der Unkräuter wird in der Regel durch mechanische und thermische Maßnahmen durchgeführt.

konventionell

  • Der Einsatz von chemisch-synthetischen Herbiziden ist erlaubt.
Erträge

Auf den Flächen des Ökolandbaus wird im Schnitt über alle Feldfrüchte zwischen 30 bis 50% weniger geerntet als auf konventionellen Flächen.

Dies kann regional unter Berücksichtigung der Bodenart, der Wasserversorgung und des Klimas unterschiedlich sein.

Um die gleiche Ertragsmenge zu erreichen, benötigt man daher etwa 30 bis 50% mehr Flächen im Vergleich zu dem konventionellen Anbau.

Anbindehaltung

bio

  • Die Anbindehaltung ist grundsätzlich nicht erlaubt. Außnahmen gibt es aus Sicherheits-, Tierschutz- oder tierärzlichen Gründen. die zeitlich begrenzt sein müssen.

konventionell

  • Die Anbindehaltung ist erlaubt. Vornehmlich finden wir diese Haltungsform noch in den südlichen Bundesländern. Im Norden ist sie kaum noch zu finden bzw. gibt es sie nur noch bei auslaufenden Betrieben.
Medikamente

bio

  • Die Behandlung von kranken Einzeltieren ist erlaubt. Ein vorbeugender Einsatz von Medikamente ist nicht erlaubt.

konventionell

  • Die Behandlung von kranken Einzeltieren und der vorbeugende Einsatz von Medikamente ist erlaubt.

Informationen

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